BEOBACHTEN. ENTSCHEIDEN. REGIE FÜHREN.

 

Hamburg hat versucht, mir die Frisur vom Kopf zu reißen.

Mehrmals.

Gut, ich habe jetzt keine Wahnsinnsfrisur, deren Architektur unbedingt geschützt werden müsste. Aber trotzdem: Wind, Regen, wieder Wind, dann Sonne und irgendwann Regen, der offenbar beschlossen hatte, dass ein Regenschirm lediglich eine freundliche Empfehlung ist.

Mein Schirm hatte jedenfalls zeitweise andere berufliche Pläne.

Und trotzdem bin ich nach ein paar Tagen nach Hause gefahren und dachte:

Was für eine großartige Stadt.

 

Besuch bei König der Löwen - hier die Musicalbühnen auf der anderen Seite der norderelbe/Foto Beatrice Fischer-Stracke

Besuch bei König der Löwen – hier die Musicalbühnen auf der anderen Seite der Norderelbe/Foto Beatrice Fischer-Stracke

König der Löwen. Der Hafen. Die Speicherstadt. Die Elbe. Die Elbphilharmonie. Fisch essen. Durch die Stadt laufen. Plötzlich wieder Sonne. Und irgendwann gehörte selbst der verdammte Wind zur Geschichte.

Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, anschließend zu sagen:

„Hamburg hat nicht funktioniert.“

Nur weil es zwischendurch geregnet hat.

Im Business sind wir mit solchen Urteilen erstaunlich schnell.

Wann wird aus einem schlechten Ergebnis eine Business-Krise?

  • Ein LinkedIn-Post bekommt kaum Reaktionen.
  • Ein Newsletter bringt keine Anfrage.
  • Ein Angebot, von dem Du überzeugt warst, verkauft sich nicht.
  • Eine Interessentin sagt ab.
  • Oder Du sitzt eine Woche lang am Rechner und fragst Dich am Freitag: Was habe ich eigentlich die ganze Woche gemacht?

Und plötzlich steht nicht mehr dieses eine Ergebnis zur Debatte.

Plötzlich steht Dein ganzes Business vor Gericht.

„Vielleicht kann ich es einfach nicht.“

„Vielleicht interessiert sich niemand für mein Thema.“

„Vielleicht funktioniert mein Angebot nicht.“

„Vielleicht sollte ich etwas völlig anderes machen.“

Schon interessant: Beim Wetter akzeptieren wir Schwankungen. Im Business erwarten wir Sonnenschein nach Redaktionsplan.

Dabei ist ein schlechtes Ergebnis zunächst einmal genau das: ein schlechtes Ergebnis.

Keine Diagnose über Deine Fähigkeiten. Kein Charaktergutachten. Und schon gar kein Beweis dafür, dass Dein ganzes Unternehmen nicht funktioniert.

Aber bitte erzähl Dir auch keinen Unsinn

Jetzt kommt die andere Seite.

Wenn seit Monaten niemand Dein Angebot kauft, hilft es auch nicht, tapfer den Regenschirm aufzuspannen und zu murmeln: „Ich muss einfach nur dranbleiben.“

Nein.

Dann musst Du hinschauen.

  • Ist Dein Angebot überhaupt gefragt?
  • Verstehen die richtigen Menschen, was sie davon haben?
  • Erreichst Du diese Menschen überhaupt?
  • Ist tatsächlich der Preis das Problem oder schaffst Du es nicht, den Wert Deines Angebots zu vermitteln?
  • Redest Du vielleicht seit Monaten über ein Thema, das Dir wichtig ist, Deinen potenziellen Kunden aber schlicht nicht wichtig genug?

Das sind unangenehmere Fragen als „Warum funktioniert mein Business nicht?“.

Aber sie haben einen gewaltigen Vorteil: Du kannst etwas damit anfangen.

„Mein Business funktioniert nicht“ ist so groß, dass Du eigentlich nur noch alles in die Tonne treten kannst.

„Dieses Angebot verkauft sich nicht“ kannst Du untersuchen.

„Meine Inhalte bringen kaum Gespräche“ kannst Du verändern.

„Die Leute interessieren sich für mein Thema, kaufen aber nicht“ führt Dich zu der Frage, was zwischen Interesse und Kauf passiert.

Plötzlich hast Du etwas in der Hand.

Ich kenne beide Seiten ziemlich gut

Ich erzähle Dir das nicht vom sicheren Aussichtsturm.

Ich habe selbst Themen lange gespielt, bei denen ich irgendwann feststellen musste: Da passiert einfach nicht genug.

Natürlich kann ich dann noch mehr Energie hineinstecken. Noch eine Headline ändern. Noch einen Funnel bauen. Noch zehn Posts schreiben.

Oder ich gestehe mir irgendwann ein: Vielleicht ist nicht mein ganzes Business falsch.

Vielleicht war diese eine Richtung nicht die richtige.

Hamburg Norderelbe und Elbphilharmonie/Foto von Beatrice Fischer-Stracke

Hamburg Norderelbe mit Blick auf die Elbphilharmonie / Foto von Beatrice Fischer-Stracke

Das tut weh, wenn viel Zeit und Arbeit darin stecken.

Und manchmal wird Dir eine Richtung sogar von außen genommen. Als Meta meine Facebook- und Instagram-Konten sperrte, waren damit Jahre an Inhalten, Kontakten, Reels und Arbeit praktisch weg.

Ich fand das alles andere als lustig. Aber deshalb ist mein Business nicht weg.

Dann geht es eben weiter auf LinkedIn, YouTube, im Podcast, über meinen Newsletter und andere Kanäle.

Ein Satz eines früheren Mentors fällt mir dazu immer wieder ein:

Bau Dein Haus nicht auf fremdem Land.

Social-Media-Plattformen können wichtig sein. Aber sie gehören uns nicht.

Unternehmerisches Denken bedeutet für mich deshalb beides:

Nicht nach jedem schlechten Ergebnis alles infrage stellen.

Und nicht an etwas festhalten, nur weil Du schon wahnsinnig viel hineingesteckt hast.

Die eine Unternehmerin gibt zu früh auf.

Die andere hält viel zu lange fest.

Wer führt eigentlich Regie in Deinem Business?

Diese Frage beschäftigt mich gerade sehr.

Bist Du es?

Oder sind es die Ergebnisse der letzten Woche?

LinkedIn?

Der Algorithmus?

Die Kollegin, bei der gerade scheinbar alles fantastisch läuft?

Oder der nächste Businessguru, der Dir erklärt, welche Methode Du ab sofort unbedingt brauchst?

Wir geraten schneller in die Rolle der Mitspielerin, als uns bewusst ist.

Ein Post läuft schlecht, also ändern wir die Strategie.

Jemand verkündet, Webinare seien tot, also machen wir keine mehr.

Drei Leute sprechen plötzlich über dasselbe Thema wie wir und schon denken wir: Mist, ich bin zu spät.

Eine Interessentin findet unseren Preis hoch und fünf Minuten später rechnen wir aus, wie weit wir runtergehen könnten.

Das ist keine Regie. Das ist Improvisation unter leichtem Beschuss.

Regie beginnt für mich an einer anderen Stelle:

Schau Dir an, was tatsächlich passiert ist. Nicht, was Du emotional gerade daraus machst.

Ein Post hatte wenig Reichweite. Punkt.

Information.

Ein Angebot wurde nicht gekauft.

Auch eine Information.

Wenn es beim dritten, fünften oder zehnten Mal immer an derselben Stelle scheitert, wird es interessant.

Dann ist es vielleicht kein Regentag mehr.

Dann haben wir eine Wetterlage.

Wir messen unser Business in absurd kurzen Zeiträumen

Gerade im Onlinebusiness sind wir darin Weltklasse.

Heute posten. Zwei Stunden später Zahlen kontrollieren.

Angebot veröffentlichen. Nach zwei Tagen fragen, warum noch niemand gekauft hat.

Newsletter verschicken. Öffnungsrate anschauen. Stimmung entsprechend anpassen.

Stell Dir vor, Du würdest so Urlaub machen:

9:07 Uhr: Kaffee war gut. Reise erfolgreich.

10:23 Uhr: Regen. Reise problematisch.

12:18 Uhr: Fischbrötchen hervorragend. Deutliche Erholung.

14:26 Uhr: Windstärke 7. Geschäftsmodell Hamburg erneut fragwürdig.

18:30 Uhr: Sonne über der Elbe. Turnaround gelungen.

Völlig bekloppt.

Aber ungefähr so beurteilen wir manchmal unser Unternehmen.

Ein Business entsteht nicht in einzelnen Stunden. Es entsteht über Entscheidungen, Versuche, Fehler, Wiederaufstehen, Dinge, die überraschend gut funktionieren und Dinge, bei denen Du irgendwann sagen musst:

Das war nichts. Nächste Szene.

Regentag oder Wetterlage?

Vielleicht ist das die wichtigste Unterscheidung.

Ein schlechter Post?

Regentag.

Drei Wochen keinerlei Resonanz auf ein Thema?

Genauer hinschauen.

Eine Absage?

Regentag.

Zehn Gespräche, bei denen das Interesse immer an derselben Stelle wegbricht?

Muster.

Ein Launch ohne Verkäufe?

Schmerzhaft. Analysieren.

Drei Launches mit demselben Ergebnis, obwohl Du hauptsächlich die Farbe des Buttons verändert hast?

Dann hör bitte auf, den Button zu beschuldigen.

Dann müssen wir an die Substanz.

Und genau das bedeutet für mich, im eigenen Unternehmen Regie zu führen:

Nicht schönreden.

Nicht dramatisieren.

Beobachten.

Entscheiden.

Ändern, was geändert werden muss. Und vergrößern, was funktioniert.

Wenn es seit sechs Monaten durchs Dach tropft …

Aus Hamburg bin ich nicht mit dem Gedanken zurückgekommen:

Schade. Das Wetter war nicht perfekt.

Ich bin mit Bildern im Kopf zurückgekommen. Mit Musik, Hafenluft, gutem Fisch, wunderbaren Momenten und einem Schirm, dessen Karriere möglicherweise inzwischen beendet ist.

Das Gesamtbild hat gewonnen.

Elbphilharmonie-Aufgang/Foto Beatrice Fischer-Stracke

Elbphilharmonie-Aufgang/Foto Beatrice Fischer-Stracke

Vielleicht schaust Du heute genauso auf Dein Business.

Was war wirklich schlecht?

Was funktioniert längst besser, als Du ihm zugestehst?

Wo erkennst Du inzwischen ein Muster, das Du nicht länger ignorieren solltest?

Und was erklärst Du gerade zum Drama, obwohl es eigentlich nur ein verdammt regnerischer Dienstag war?

Denn:

Ein Regentag ist noch kein schlechtes Business.

Aber wenn es seit sechs Monaten durchs Dach tropft, solltest Du vielleicht nicht noch einen hübscheren Schirm kaufen.

Dann reparier das Dach.

Willst Du in Deinem Business wieder selbst Regie führen?

Dann lade ich Dich zu meinem Live-Workshop „Regie führen statt Mitspielen“ ein.

 

 

 

 

 

 

Am 16. September 2026 um 10 Uhr schauen wir 90 Minuten live auf Zoom darauf, wie Du in Deinem Business wieder selbst Regie führst, statt nur auf Anforderungen, Trends und fremde Strategien zu reagieren.

Teilnahme: 0 €

👉 Anmeldung: https://beatrice-mentoring.systeme.io/regie-statt-mitspielen

Und falls Du demnächst nach Hamburg fährst:

Nimm Haarspray mit. Sehr viel Haarspray. 😂

Dein Business. Deine Bühne. Und Du führst Regie.

Hier diese Episode auch auf Youtube

Beatrice
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