Warum Dein Business drei Akte hat

Kurz gesagt: Jedes Business durchläuft dieselben drei Akte wie ein Theaterabend – ein Lampenfieber, eine Premiere und einen Applaus. Das Lampenfieber ist dabei kein Makel, sondern ein Einsatzsignal. Die Premiere passiert, sobald Du rausgehst, nicht erst, wenn Du Dich endlich bereit fühlst. Und der Applaus – ein Ja, ein Lob wirklich annehmen – ist der Akt, den die meisten fähigen Frauen überspringen. Und ausgerechnet der fehlt ihnen am meisten.

Stell Dir vor, es ist dunkel. Ganz dunkel. Du stehst in der Kulisse, hinter dem schweren Vorhang, und davor füllt sich der Saal. Stimmen, Stühle, ein Husten. In Deiner Brust hämmert etwas, als wollte es raus. Der Mund wird trocken, die Hände werden kalt. Und ein ganz ehrlicher Teil von Dir denkt: Warum tue ich mir das eigentlich an?

Diesen Moment kenne ich. Hunderte Male habe ich so dagestanden – über dreißig Jahre auf Opern- und Musicalbühnen. Und ich bin überzeugt: Genau dieser Moment ist das Beste, was Deinem Business passieren kann.

Denn Dein Business ist eine Inszenierung. Ob Du willst oder nicht. Es hat ein Lampenfieber, es hat eine Premiere, und es hat einen Applaus. Drei Akte. Und die meisten fähigen Frauen, mit denen ich arbeite, kennen nur einen davon richtig gut.

Bevor Du aussteigst: Inszenierung heißt nicht Fassade. Nicht etwas vorspielen, das Du nicht bist. Im Theater heißt Inszenierung, dass jemand die Regie übernimmt, dass nichts, was Wirkung hat, dem Zufall überlassen wird. Der Auftritt, das Licht, der erste Satz, die Pause davor. Alles daran ist echt. Es ist nur nicht dem Zufall überlassen. Und genau das fehlt vielen Frauen in ihrem Business. Nicht das Können. Die Regie über den eigenen Auftritt.

Akt 1: Das Lampenfieber – Dein Einsatzsignal, kein Makel

Der erste Akt beginnt lange, bevor Du auf der Bühne stehst. Er beginnt mit einem leichten Flattern.

Und jetzt etwas, das Dich vielleicht überrascht: Nach dreißig Jahren spüre ich dieses flattern immer noch. Vor jedem wichtigen Einsatz.

Bei jeder großen Sängerin, die ich kenne, ist es genauso. Wer Dir erzählt, das gehe irgendwann weg, war noch nie kurz vor einem Auftritt, der wirklich zählte.

Im Business sieht das so aus: Der Cursor blinkt über dem Knopf, mit dem Du das Angebot rausschickst. Oder Du sitzt vor dem Erstgespräch, das Herz geht schneller. Du sollst diesen einen Satz sagen – Deine Meinung im Meeting, Dein Ja zu dem Projekt, das eine Nummer zu groß erscheint. Der Körper reagiert. Und der Kopf liefert Dir hundert Gründe, es lieber morgen zu machen.

Der Fehler, den fast alle machen: Sie warten. Bis das Flattern weg ist, bis sie sich bereit fühlen. Und dann warten sie ewig – weil dieses Gefühl nicht dafür gebaut ist, wegzugehen.

Lampenfieber ist kein Schaden. Es ist Dein Körper, der Energie lädt. Es ist das Signal: Gleich geht mein Vorhang auf. Dein Körper unterscheidet nicht zwischen Angst und Aufregung – dieselbe Anspannung, dasselbe Herzklopfen wie vor einem ersten Rendezvous. Nur die Geschichte, die Du Dir dazu erzählst, ist anders. Die Profis warten nicht, bis es aufhört. Sie treten auf.

Akt 2: Die Premiere – warum der perfekte Moment nie kommt

Der zweite Akt ist der Moment, in dem der Vorhang aufgeht. Und hier entscheidet sich alles: Du kannst proben, so lange Du willst. Aber die Probe ist nicht die Vorstellung. Irgendwann geht das Licht an, der Saal ist voll, und es ist ernst.

Und weißt Du, was eine Premiere am Theater so besonders macht? Es gibt sie nur ein einziges Mal. Ein Stück hat viele Vorstellungen, aber nur eine Premiere. Genauso ist es bei Dir: Dein Business ist kein einzelnes Stück, es ist ein ganzer Spielplan. Dein erstes Angebot, Dein erster Vortrag, Dein erstes Video – jedes davon ist ein eigenes Stück mit seiner eigenen, einzigen Premiere. Diesen ersten Moment bekommst Du nie zurück. Danach kommen die vielen Vorstellungen, in denen es leichter wird und Du immer besser wirst, aber erst, wenn Du die Premiere überhaupt gespielt hast.

Was denkst Du, wo die meisten fähigen Frauen ihr halbes Business-Leben verbringen? In der Probe. Sie feilen an der Website, schleifen am Angebot, lernen noch ein Zertifikat, noch ein Modul – und verschieben die Premiere. Immer wieder. Weil sie auf ein Gefühl warten, das nicht kommt. Ich sage Dir aus dreißig Jahren: Auch nach der tausendsten Vorstellung fühlst Du Dich nicht hundertprozentig bereit. Du gehst trotzdem raus. Und Du merkst erst auf der Bühne, was Du wirklich kannst – nie in der Probe.

Ein Beispiel aus meinem Leben. Ich spielte in der Operette „Ein Walzertraum“ die Franzi Steingruber, Chefin einer Damenkapelle. Der Regisseur fand heraus, dass ich früher Geige gespielt hatte, und wollte, dass ich live auf der Bühne spiele. Also nahm ich extra wieder Unterricht bei einem hervorragenden Geigenlehrer in Würzburg.

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Dann kam die erste Orchesterprobe auf der Bühne – mein erstes Mal zusammen mit dem Orchester. Lauter Instrumental-Profis, und ich nur eine gut spielende Laiin. Ich nahm allen Mut zusammen und spielte um mein Leben, trotz feuchter Finger. Insgeheim rechnete ich damit, dass die Musiker mich hinterher etwas ironisch ansprechen würden. Und was passierte? Das ganze Orchester applaudierte mir. Hinterher waren sie voll des Lobes.

Es lohnt sich, mutig zu sein und an sich selbst zu glauben.

Übersetzt auf Dich: Deine Premiere ist der Moment, in dem Du auf „veröffentlichen“ drückst, obwohl es noch nicht perfekt ist. In dem Du das Erstgespräch führst, den Vortrag hältst – vor echten Menschen, nicht mehr im Kopf. Deine Kundin bucht Dich nicht wegen Deiner perfekten Probe. Sie bucht Dich, weil Du rausgegangen bist.

Akt 3: Der Applaus – der Moment, den die meisten überspringen

Und jetzt der Akt, den fast alle überspringen. Auf der Bühne ist das der Moment, in dem der letzte Ton verklingt und der Saal aufbricht. Da hast Du eine einzige Aufgabe: den Applaus annehmen. Nicht wegwinken. Nicht in der Kulisse schon überlegen, was schiefgelaufen ist. Sondern dastehen, atmen und ihn hereinlassen. Die alten Diven wussten, warum sie sich Zeit für die Verbeugung ließen: Der Applaus ist der Treibstoff für die nächste Premiere.

Genau hier verlieren so viele Frauen. Die Kundin sagt Ja und sind schon beim nächsten To-do. Jemand macht ein Kompliment und sie winken ab: „Ach, war doch nichts.“ Der Vortrag läuft gut und im Auto zählen sie nur die drei Sätze auf, die sie hätten besser sagen können.

Wenn Du den Applaus nicht annimmst, bringst Du Dich um den Treibstoff für den nächsten Auftritt. Du sammelst lauter Premieren ein und spürst keine einzige. Kein Wunder, dass es sich irgendwann leer anfühlt. Den Applaus annehmen heißt nicht, eitel zu werden. Es heißt, drei Sekunden dazustehen und das Ja wirklich zu hören.

Die eine Sache für diese Woche

Nimm Dir den Applaus. Das nächste Mal, wenn jemand Dir ein Ja gibt, Dir dankt, sagt „das war gut“, dann winkst Du nicht ab und redest es nicht klein.

So nimmst Du ein Kompliment an, in drei Schritten:

  1. Nicht abwinken. Kein „ach, war doch nichts“, kein Kleinreden.
  2. Einmal atmen und drei Sekunden stehen bleiben.
  3. Ein Wort sagen: Danke. Und es dann wirklich landen lassen.

Das ist Deine Verbeugung. Übe sie diese Woche.

Die drei Akte auf einen Blick

  • Lampenfieber ist ein Einsatzsignal, kein Makel. Es verschwindet auch nach Jahren nicht, und das ist gut so.
  • Jede Premiere gibt es nur einmal: Jedes neue Angebot, jeder erste Vortrag hat seinen eigenen, einmaligen ersten Moment.
  • Gebucht wirst Du nicht für die perfekte Probe, sondern dafür, dass Du rausgehst.
  • Den Applaus anzunehmen – ein Ja, ein Lob – ist der Treibstoff für Deinen nächsten Auftritt.

Häufige Fragen

Geht Lampenfieber irgendwann weg? Nein. Auch nach dreißig Jahren auf der Bühne flattert es vor jedem wichtigen Einsatz. Lampenfieber ist kein Makel, sondern ein Einsatzsignal: Dein Körper lädt Energie. Wer wartet, bis es verschwindet, wartet ewig, denn dieses Gefühl ist nicht dafür gebaut, wegzugehen.

Was heißt es, im Business „Regie zu führen“? Regie führen heißt, bewusst über den eigenen Auftritt zu entscheiden, statt ihn dem Zufall zu überlassen – den ersten Satz, die Pause, den Moment, in dem Du etwas veröffentlichst. Es bedeutet nicht, eine Rolle zu spielen, die nicht Deine ist, sondern das, was Du kannst, absichtsvoll nach vorne zu bringen.

Wie nehme ich ein Kompliment an, ohne es kleinzureden? Winke nicht ab und relativiere nicht. Atme einmal, bleib drei Sekunden stehen und sag ein einziges Wort: Danke. Dann lass das Lob wirklich landen. Ein angenommenes Ja ist der Treibstoff für Deinen nächsten Schritt.

Wann ist mein Business bereit für den nächsten Schritt? Du wirst Dich nie hundertprozentig bereit fühlen – selbst Profis nicht. Die Premiere passiert, sobald Du rausgehst, nicht, wenn das perfekte Gefühl endlich eintritt. Und Du merkst erst im echten Moment, was Du wirklich kannst.

Die ganze Folge — „Lampenfieber, Premiere, Applaus“ — hörst Du oben im Audiofile oder im Podcast „Die Stimme für Erfolg“, überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube. Schreib mir gern, welcher der drei Akte Dir am schwersten fällt: beatrice@stimme-fuer-erfolg.de. Ich lese jede Nachricht selbst. Und wenn Du magst, dass wir einmal in Ruhe über Business oder Deinen Auftritt sprechen: Hier geht’s zum Gespräch.

Hier meine neueste Episode!

Titelbild (KI-Illustration): Mit ChatGPT nach einem Konzept von Beatrice Fischer-Stracke erstellt

Beatrice
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